Nutri-Score

Alternative zu kleingedruckten Nährwerttabellen und Gesundheitsversprechen auf Verpackungen

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Beschreibung

Der Nutri-Score ist eine Kennzeichnung auf der Vorderseite der Verpackung, von A (dunkelgrün) bis E (rot), die die Nährwertqualität eines Lebensmittels pro 100 g oder 100 ml zusammenfasst, damit sich zwei Müslis oder zwei Pizzen auf einen Blick vergleichen lassen. Die französische Gesundheitsbehörde Santé publique France führte ihn 2017 ein; heute empfehlen ihn Frankreich, Belgien, die Schweiz, Deutschland, Spanien, die Niederlande und Luxemburg.

Die Berechnung gibt Punkte für Ballaststoffe, Eiweiß, Obst, Gemüse und Hülsenfrüchte und zieht welche ab für Kalorien, gesättigte Fette, Zucker und Salz, seit der Überarbeitung auch für Süßstoffe. Ein Wissenschaftsgremium der sieben Länder hat den Algorithmus 2023 überarbeitet: Die neue Fassung gilt in Deutschland, Belgien, der Schweiz und den Niederlanden seit 2024, in Frankreich seit März 2025. Hersteller nutzen ihn kostenlos nach einer Registrierung.

Er bleibt freiwillig. Die französische Beobachtungsstelle Oqali zählte im Juni 2025 1.462 teilnehmende Unternehmen mit rund 63 % der verkauften Mengen, der erste Rückgang nach 64 % in den Jahren 2023 und 2024. Danone nahm das Logo 2024 von seinen Trinkjoghurts, als der neue Algorithmus sie als Getränke einstufte; UFC-Que Choisir nannte die Begründung „pseudo-ernährungswissenschaftlich“ und forderte einen verpflichtenden Nutri-Score. In der EU führt Italien die Gegner an.

Stärken

  • Ein Buchstabe auf der Vorderseite ersetzt eine Nährwerttabelle, die kaum jemand liest, und erlaubt den Vergleich im selben Regal.
  • Der Algorithmus ist öffentlich, von Fachleuten aus sieben Ländern festgelegt und 2023 überarbeitet, um Süßgetränke und Vollkorn besser einzustufen.
  • Er kostet die Hersteller nichts, und die Liste der teilnehmenden Firmen ist öffentlich.

Schwächen

  • Er ist freiwillig: Marken können aussteigen, wenn ihre Note sinkt, wie Danone und Bjorg bei einigen Joghurts.
  • Er bewertet nur die Nährwerte, nicht Zusatzstoffe, Verarbeitungsgrad, Pestizide, Herkunft oder Verpackung.
  • Ein hochverarbeitetes Produkt mit A und ein Olivenöl mit D zeigen seine Grenzen, wenn man Produkte aus verschiedenen Regalen vergleicht.

Für wen

Wer verpackte Lebensmittel kauft und gleichartige Produkte schnell vergleichen will, besonders Eltern bei Frühstücksflocken, Keksen oder Fertiggerichten.

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