Beschreibung
Weltläden sind die Fachgeschäfte des fairen Handels in Deutschland: rund 900 Läden vor Ort, meist ehrenamtlich geführt, die Kaffee, Schokolade, Kunsthandwerk, Kleidung und Geschenke von Lieferanten verkaufen, die nach Kriterien des fairen Handels geprüft sind.
Etwa 470 davon sind Mitglied im Weltladen-Dachverband, einem eingetragenen Verein, den die Läden 1975 gegründet haben und der in Mainz sitzt. Seit über 25 Jahren prüft er die Importeure, bei denen die Läden einkaufen, nach der „Konvention der Weltläden“, seinen eigenen Kriterien für fairen Handel, und führt die rund 90 anerkannten Lieferanten in einem Katalog. Die Mitgliedsläden wählen ihr Sortiment aus dieser Liste. Der Dachverband ist Mitglied der World Fair Trade Organization (WFTO) und Gründungsmitglied des Forum Fairer Handel.
Die Läden werden von Gruppen vor Ort getragen, mit Zehntausenden Menschen, die meisten davon ehrenamtlich. Ihr Umsatz lag 2024 laut Dachverband bei rund 79 Millionen Euro und stieg 2025 laut Forum Fairer Handel um 10 %. Auf der Website des Dachverbands findet eine Karte den nächsten Laden.
Stärken
- Die Lieferanten werden als Unternehmen vom Dachverband der Läden selbst geprüft, nicht nur über ein Produktsiegel.
- Mit rund 900 Läden gibt es in den meisten deutschen Städten einen, nicht nur in Großstädten.
- Die Läden werden von gemeinnützigen Gruppen vor Ort geführt, die auch Vorträge und Aktionen wie den jährlichen Weltladentag organisieren.
Schwächen
- Öffnungszeiten und Sortiment hängen vom einzelnen Laden und seinen Ehrenamtlichen ab.
- Steigende Mieten belasten kleine Läden: In Ebingen sank der Umsatz eines Ladens von 46.000 € im Jahr 2020 auf 38.000 € im Jahr 2025.
- Es gibt keinen gemeinsamen Onlineshop, online kaufen geht nur über die Shops der Lieferanten.
Für wen
Menschen in Deutschland, die Geschenke, Kaffee oder Schokolade im Laden kaufen wollen, wo sie fragen können, woher die Produkte kommen.



