Beschreibung
Das Netzwerk Solidarische Landwirtschaft ist der deutsche Verband der Solawis: Höfe, deren Mitglieder jeden Monat einen Anteil an den Kosten des Hofs zahlen und dafür einen Anteil der Ernte bekommen, meist wöchentlich. Es ist eine Alternative zu Supermarktgemüse aus beheizten Gewächshäusern und Langstreckenimporten.
Die Idee kam 1988 mit dem Buschberghof, einem biodynamisch wirtschaftenden Hof bei Hamburg, nach Deutschland, und aus ihm ist das Netzwerk entstanden. Solawi-Betriebe und -Initiativen haben den Verband gegründet; er listet ihre Höfe auf einer Karte, berät Gruppen, die eine Solawi gründen wollen, und bietet Fortbildungen an. 2024 listete er knapp 490 Solawis, davon mehr als 400 Mitglieder. Seit 2019 haben die Genossenschaften unter ihnen ein eigenes Netzwerk im Verband.
Mitglieder kaufen kein Gemüse, sondern finanzieren den Hof für ein Jahr. Viele Solawis legen die Beiträge in einer Bieterrunde fest: Jedes Mitglied bietet einen Monatsbetrag, oft um einen Richtwert herum, bis die Gebote das Jahresbudget decken, sodass wer mehr zahlen kann, die anderen unterstützt. Beispiele aus der Presse reichen von etwa 40 bis 110 € im Monat für einen Anteil. Die meisten Solawis wirtschaften ökologisch, und manche werden von einem Verein oder einer Genossenschaft der Mitglieder getragen statt von einem einzelnen Landwirt. Mitglieder verpflichten sich meist für ein Jahr und sind oft eingeladen, auf dem Feld mitzuhelfen.
Stärken
- Die Landwirte haben vor der Saison ein sicheres Einkommen, egal wie Wetter und Ernte ausfallen.
- Saisonales, regionales und meist biologisches Gemüse, ohne Verpackung und ohne Supermarkt dazwischen.
- Beiträge aus der Bieterrunde lassen jeden Haushalt nach seinen Möglichkeiten zahlen.
Schwächen
- Gegessen wird, was die Saison bringt: im Winter viel Kohl und Wurzelgemüse, wenig Auswahl.
- Die meisten Höfe verlangen eine Verpflichtung für ein ganzes Jahr und etwas Mithilfe auf dem Feld oder bei der Verteilung.
Für wen
Haushalte in Deutschland, die regelmäßig kochen, jede Woche einen Anteil abholen können und wissen wollen, woher ihr Essen kommt und wer es anbaut.



