Beschreibung
nebenan.de ist ein deutsches Nachbarschaftsnetzwerk, in dem nur verifizierte Bewohner desselben Viertels die Beiträge der anderen sehen: Sie verleihen Werkzeug, verschenken Dinge, bitten um Hilfe, empfehlen Handwerker und organisieren Treffen. Es ist eine Alternative zu Facebook-Gruppen und Kleinanzeigenportalen für den Austausch im eigenen Viertel.
Ein Team um Christian Vollmann gründete es 2015 in Berlin. Betreiber ist die Good Hood GmbH, an der seit 2020 der Medienkonzern Hubert Burda Media 61 % hält. Für die Anmeldung braucht es Klarnamen und Adresse, geprüft per Code mit der Post, Ausweiskopie oder GPS-Standort. Mitte 2025 meldete die Plattform 3,6 Millionen aktive Nutzer und rund 10.000 aktive Nachbarschaften, die meisten in Berlin, München und Hamburg.
Die Nutzung ist kostenlos. Geld verdient das Unternehmen mit kostenpflichtigen Profilen für Organisationen und Kommunen, lokalen Gewerbetreibenden (rund 108.000 Mitte 2025), Werbung und freiwilligen Monatsbeiträgen von Mitgliedern. Eine eigene gemeinnützige Gesellschaft, die nebenan.de Stiftung, richtet seit 2017 den Deutschen Nachbarschaftspreis mit aus. nebenan.de versprach anfangs, persönliche Daten nicht für Werbung zu nutzen, doch die Datenschutzerklärung erlaubt seit 2021 personalisierte Werbung und die Weitergabe von Daten an Dritte.
Stärken
- Nur verifizierte Nachbarn sehen die Beiträge, so bleibt der Austausch lokal und anonyme Konten sind selten.
- Kostenlos und auf Leihen, Verschenken und Helfen ausgelegt statt auf Verkaufen.
- Die Großstädte haben viele aktive Nachbarschaften: Allein Berlin zählte Mitte 2025 über 600.000 Nutzer.
Schwächen
- Mehrheitlich im Besitz von Burda, einem Medienkonzern, und teils über Werbung und bezahlte Profile finanziert.
- Die Datenschutzerklärung erlaubt personalisierte Werbung und Datenweitergabe an Dritte, entgegen den frühen Versprechen.
- Wo nur wenige Nachbarn angemeldet sind, oft in Kleinstädten, bleiben Beiträge manchmal unbeantwortet.
Für wen
Menschen in deutschen Städten, die in der Nähe leihen, verschenken oder um Hilfe bitten wollen. Wer seine Adresse keiner kommerziellen Plattform geben möchte, greift besser zum Schwarzen Brett oder zu einem Verein vor Ort.



