Beschreibung
Mediapart ist eine französische Online-Zeitung, bekannt für ihre Recherchen, ausschließlich von Abonnenten finanziert und ohne Werbung. Sie ist eine Alternative zu werbefinanzierten Gratis-Nachrichtenseiten und zu Medien im Besitz von Industriekonzernen oder Milliardären.
Fünf Journalisten, darunter Edwy Plenel, früher Chefredakteur von Le Monde, gründeten sie 2007/2008. 2019 verkauften sie ihre Anteile, und das Kapital ging über eine Holding an den Fonds pour une presse libre, einen gemeinnützigen Stiftungsfonds; die Anteile können nicht mehr verkauft oder gehandelt werden. Carine Fouteau ist seit 2024 Herausgeberin. Ende 2025 hatte Mediapart 257.383 Abonnenten und 135 Vollzeitbeschäftigte. Der Umsatz lag 2024 bei 24,9 Millionen Euro, der Nettogewinn von 4,4 Millionen Euro 2025 war der höchste seit der Gründung; seit 2011 schreibt sie jedes Jahr schwarze Zahlen.
Zu ihren Recherchen gehören die Bettencourt-Affäre (2010), die mutmaßliche libysche Finanzierung von Nicolas Sarkozys Wahlkampf 2007 und die Cahuzac-Affäre (2012–2013), nach der Frankreich die Finanzstaatsanwaltschaft PNF und die Transparenzbehörde HATVP schuf. Die meisten Artikel stehen hinter einer Bezahlschranke, mit ermäßigtem Tarif für junge Leute, Arbeitslose und Geringverdiener. Startseite und der Club, in dem Abonnenten bloggen, sind frei, und manche Artikel gibt es auf Englisch und Spanisch.
Stärken
- Nur von Lesern finanziert, ohne Werbung, ohne kommerzielle Partnerschaften und ohne Eigentümer, der sie verkaufen könnte.
- Recherchen, die zu Prozessen und neuen Institutionen geführt haben, etwa zur PNF nach der Cahuzac-Affäre.
- Seit 2011 jedes Jahr profitabel, mit öffentlichen Jahreszahlen und Tätigkeitsbericht.
Schwächen
- Die meisten Artikel erfordern ein bezahltes Abo, und der ermäßigte Tarif gilt nur für bestimmte Gruppen.
- Die redaktionelle Linie ist links, und Kritiker wie L’Express fanden die Veröffentlichung von Recherchen in Fortsetzungen langatmig.
- Fast alles ist auf Französisch: Nur eine Auswahl der Artikel erscheint auf Englisch und Spanisch.
Für wen
Leser, die unabhängigen Investigativjournalismus wollen und dafür zahlen. Wer einen neutralen Überblick über die Tagesnachrichten sucht, liest besser zusätzlich eine allgemeine Tageszeitung.



