Beschreibung
Mastodon ist freie Software für ein dezentrales soziales Netzwerk: Tausende unabhängige Server, betrieben von Vereinen, Hochschulen, Medien, Behörden oder Privatleuten, verbinden sich untereinander und mit anderen Diensten des Fediverse über das Protokoll ActivityPub. Es ist eine Alternative zu X, Facebook und Instagram ohne Werbung und ohne Algorithmus, der entscheidet, was man sieht: Die Startseite zeigt die Beiträge der gefolgten Konten der Reihe nach.
Eugen Rochko startete es 2016 in Deutschland. Die Software steht unter der AGPL und wird von einem kleinen gemeinnützigen Team entwickelt, das Risikokapital abgelehnt hat. Finanziert wird sie durch Spenden, Fördermittel und bezahltes Hosting für große Organisationen wie die EU-Kommission und das Land Schleswig-Holstein; im April 2026 bewilligte der Sovereign Tech Fund des Bundes 614.000 €. 2025 begann der Umzug in eine neue europäische gemeinnützige Stiftung, und im November 2025 übergab Rochko die Leitung an Felix Hlatky.
Jeder Server legt eigene Regeln und Moderation fest, und Admins können ganze Server sperren. Die Liste auf joinmastodon.org nimmt nur Server auf, die den Mastodon Server Covenant zur Moderation unterschrieben haben. Das Netzwerk ist viel kleiner als die großen Plattformen: rund 10,5 Millionen registrierte Konten im April 2026, aber je nach Zählung nur 750.000 bis eine Million monatlich aktive.
Stärken
- Keine Werbung, kein Werbe-Tracking und kein Engagement-Algorithmus: Die Timeline zeigt gefolgte Konten chronologisch.
- Niemand kann das ganze Netzwerk kaufen: Jeder Server wird unabhängig betrieben, und jeder kann die Software installieren.
- Es gibt Server für viele Sprachen, Regionen, Berufe und Interessen, und manche Behörden betreiben eigene offizielle.
Schwächen
- Einen Server zu wählen und Leute zum Folgen zu finden kostet am Anfang Mühe, und jeder Server hat eigene Regeln.
- Die monatlich aktiven Nutzer sanken von etwa 2,5 Millionen Ende 2022 auf unter eine Million 2026; viele Kontakte und Organisationen fehlen.
- Direktnachrichten sind nicht Ende-zu-Ende-verschlüsselt, die Admins eines Servers können sie also lesen; die Verschlüsselung gehört zu den 2026 geförderten Projekten.
Für wen
Menschen und Organisationen, die ohne Werbung und Algorithmus posten, folgen und diskutieren wollen und dafür ein kleineres Publikum als auf den kommerziellen Plattformen in Kauf nehmen.



