Beschreibung
Les Frigos Solidaires ist ein französischer Verein, der Kühlschränke zur Selbstbedienung vor Geschäften, Vereinen, Hochschulen, Schulen und Firmen aufstellt: Jeder kann dort Lebensmittel hinstellen oder mitnehmen, kostenlos und ohne Nachweis der Bedürftigkeit. Das ist eine Alternative zum Wegwerfen noch guter Lebensmittel und eine Form der Lebensmittelhilfe, die keine Fragen stellt.
Dounia und Malika Mebtoul stellten den ersten Kühlschrank 2017 in Paris vor ihr Restaurant La Cantine du 18. Der Verein mit Sitz in Malakoff hilft Anwohnern, Rathäusern, Geschäften und Vereinen, einen eigenen aufzustellen: Sie füllen ein Formular aus und werden kontaktiert, Bedingungen und Kosten nennt die Website aber nicht. Finanziert wird er über Spenden via HelloAsso und Partner wie die Fondation de France, die Fondation Monoprix und die Krankenversicherung Identités Mutuelle.
Am 4. November 2026 zählte die Website mehr als 149 Kühlschränke, ihre Karte 92 Städte. Nach Angaben des Vereins retten sie täglich über 700 Kilo Lebensmittel und helfen mehr als 3.000 Menschen; unabhängig gezählt hat das niemand. Geschäfte, Vereine und Anwohner bringen Obst, Gemüse, Milchprodukte und Trockenware; Selbstgekochtes, angebrochene Produkte und Alkohol sind nicht erlaubt. Der Gastgeber hält den Kühlschrank sauber, und die Karte nennt Adresse und Öffnungszeiten.
Stärken
- Keine Anmeldung, kein Einkommensnachweis, niemand, den man fragen muss: Tür auf und nehmen, was man braucht.
- Klare Regeln schließen Selbstgekochtes, Angebrochenes und Alkohol aus und begrenzen so die Hygienerisiken.
- Eine Karte zeigt jeden Kühlschrank mit Adresse und Öffnungszeiten, damit man vor dem Weg nachsehen kann.
Schwächen
- Der Inhalt hängt von den Spenden des Tages ab, der Kühlschrank kann leer sein.
- Die meisten Kühlschränke richten sich nach den Öffnungszeiten ihres Gastgebers, viele sind sonntags zu.
- Mit rund 150 Kühlschränken in 92 Städten hat der Großteil Frankreichs keinen in Gehweite.
Für wen
Bewohner einer Stadt mit Kühlschrank, die ihren Einkauf ergänzen oder Lebensmittel abgeben wollen, die sie nicht rechtzeitig essen, sowie Geschäfte und Rathäuser, die unverkaufte Ware vor Ort weitergeben wollen.



