Beschreibung
Kokopelli ist ein französischer Verein, der biologisches und biodynamisches Saatgut samenfester Sorten verkauft: mehr als 2.000 Sorten Gemüse, Kräuter und Blumen, darunter viele alte Sorten, die es sonst nirgends mehr gibt. Weil es keine Hybriden sind, können Gärtnerinnen und Gärtner eigenes Saatgut gewinnen und im nächsten Jahr wieder aussäen.
Dominique Guillet gründete den Verein 1999, seit 2018 leitet ihn sein Sohn Ananda Guillet. Sitz ist Le Mas-d’Azil im Departement Ariège, nach mehr als zehn Jahren in Alès. 2016 hatte er fast 12.000 Mitglieder und rund 120.000 Kunden. Ein Teil des Saatguts wird bei Vermehrern und Partnerfirmen eingekauft. Mit dem Programm „Semences sans frontières“ verschenkt Kokopelli Saatgut an Bauern in armen Ländern, damit sie wieder unabhängig werden.
Kokopelli kämpft seit Langem gegen die Regeln, die den Verkauf nicht im offiziellen Sortenkatalog eingetragener Sorten einschränken. 2006 wurde der Verein in zweiter Instanz verurteilt, weil er nicht eingetragenes Saatgut verkauft hatte, und 2012 entschied der Europäische Gerichtshof im Streit mit dem Saatgutunternehmen Baumaux gegen ihn. Kritik gab es auch: Die Verbraucherorganisation UFC-Que Choisir setzte sein Tomaten- und Möhrensaatgut 2013 in einem Vergleich auf den letzten Platz, und 2019 warnte die französische Akademie der Medizin vor seiner Kampagne für Artemisia.
Stärken
- Eine riesige Auswahl alter und seltener Sorten.
- Bio-Saatgut, das man selbst vermehren kann.
- Ein Verein, der sich für den freien Austausch von Saatgut einsetzt.
Schwächen
- Keimung und Ertrag können unregelmäßiger sein als bei Hybriden, und UFC-Que Choisir setzte sein Tomaten- und Möhrensaatgut 2013 auf den letzten Platz.
- Manche Sorten sind an südliche Klimazonen angepasst.
- Kritisiert für seine Führung und für Gesundheitskampagnen wie die zu Artemisia 2019.
Für wen
Gärtnerinnen und Gärtner, die eigene Sorten anbauen und erhalten wollen.
