Beschreibung
Cohabilis ist das französische Netz der Vereine für generationenübergreifendes Wohnen: Ein Mensch ab 60 vermietet ein Zimmer in seiner Wohnung für wenig Geld an jemanden unter 30, eine Studentin, einen Azubi, eine Praktikantin oder einen jungen Berufstätigen.
Der erste Verein dieser Art wurde 2004 in Paris gegründet, nach der Hitzewelle von 2003, und 2005 folgte ein nationales Netz. Cohabilis entstand 2020 aus dem Zusammenschluss zweier Netze, CoSI und LIS. 2025 gehörten ihm 70 Organisationen an, meist Vereine, aber auch kommunale Sozialämter und Genossenschaften; sie decken 17.000 Gemeinden ab und bringen rund 1.700 Wohnpaare im Jahr zusammen. Zu den Geldgebern gehören die französische Rentenversicherung, die Familienkasse CNAF und Agirc-Arrco.
Der örtliche Verein lernt beide Seiten kennen, besichtigt die Wohnung, stellt das Paar zusammen, setzt den Vertrag auf und begleitet die Wohngemeinschaft. Seit dem ELAN-Gesetz von 2018 gibt es dafür einen eigenen Rechtsrahmen: Es ist kein Mietvertrag, läuft höchstens ein Jahr, verlängerbar, und endet mit einem Monat Kündigungsfrist. In der „geselligen“ Variante zahlt die junge Person je nach Region 150 bis 350 € im Monat; in der „solidarischen“ ist sie an manchen Abenden da oder hilft bei kleinen Dingen und zahlt höchstens 60 € im Monat. Dazu kommen etwa 30 € Bearbeitungsgebühr und Begleitgebühren, die von Verein zu Verein verschieden sind (Stand November 2026). Bis ein Paar zustande kommt, vergehen im Schnitt ein bis zwei Monate.
Stärken
- Ein Zimmer für höchstens 60 € im Monat in der solidarischen Variante, in Städten, in denen Studentenzimmer viel mehr kosten.
- Ein örtlicher Verein stellt das Paar zusammen, schreibt den Vertrag und bleibt die ganze Zeit in Kontakt.
- Ältere Menschen haben Gesellschaft und abends jemanden im Haus, ohne dass das Pflegedienste ersetzt.
Schwächen
- Etwa 30 € Bearbeitungsgebühr, dazu Begleitgebühren, die schwanken und nicht landesweit veröffentlicht sind.
- Eine Gastgeberin oder einen Gastgeber zu finden dauert im Schnitt ein bis zwei Monate, und die Nachfrage ist von Juni bis September am höchsten.
- Man teilt den Alltag mit einem älteren Menschen, in der solidarischen Variante mit einigen Abenden zu Hause, und Mahlzeiten sind nicht inbegriffen.
Für wen
Studierende, Azubis und junge Berufstätige, die in eine teure französische Stadt ziehen und gern mit einem älteren Menschen zusammenwohnen, und Menschen über 60 mit einem freien Zimmer, die gern jemanden um sich hätten.



