AMAP (Gemüsekisten vom Hof)

Alternative zu Supermarktgemüse zu Preisen, die die Bauern unter Druck setzen

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Beschreibung

Eine AMAP (association pour le maintien d’une agriculture paysanne) ist eine Gruppe von Haushalten in Frankreich, die einem nahen Hof einen Teil seiner Ernte für eine Saison im Voraus abkauft und jede Woche an einem festen Ort eine Kiste abholt, ähnlich einer Solawi. Meist sind es Gemüsekisten; viele AMAP haben auch Verträge für Eier, Brot, Käse, Obst oder Fleisch.

Die ersten Kisten wurden im April 2001 in Aubagne verteilt, von Gemüsebauern aus Ollioules, die in New York die Community Supported Agriculture kennengelernt hatten. Der nationale Verbund MIRAMAP zählt mehr als 2.300 AMAP und 4.800 Bäuerinnen und Bauern in Frankreich, und seine Karte listet die Gruppen nach Region.

Die Mitglieder schließen mit dem Hof einen Vertrag, meist für ein Jahr, und zahlen im Voraus, oft in Raten über mehrere Monate. Der Preis der Kiste wird mit dem Hof aus dessen Kosten und einem fairen Einkommen berechnet, nicht nach Gewicht, und die Mitglieder tragen das Risiko einer schlechten Ernte mit. Die Verteilung übernehmen sie abwechselnd. Die AMAP-Charta von 2014 orientiert sich an bäuerlicher und ökologischer Landwirtschaft, ein Bio-Siegel ist aber nicht vorgeschrieben, deshalb unterscheiden sich die Höfe.

Einen landesweiten Kistenpreis gibt es nicht. Zur Orientierung, auch wenn sie Läden und nicht AMAP betraf: Eine Erhebung von UFC-Que Choisir im Dezember 2022 ergab, dass 17 Bio-Obst- und Gemüsesorten der Saison in Direktvermarktungsläden 42 € kosteten und im Supermarkt 48 €.

Stärken

  • Der Hof wird im Voraus und ohne Zwischenhandel bezahlt, zu einem Preis, der offen mit den Mitgliedern besprochen wird.
  • Der Preis steht vor Saisonbeginn für die ganze Saison fest, egal wie sich die Preise im Laden entwickeln.
  • Die Lebensmittel kommen von einem bekannten Hof und werden für die Verteilung der Woche geerntet.

Schwächen

  • Die Saison wird im Voraus bezahlt, was bei knappem Budget auch mit Raten schwer ist.
  • Was in der Kiste ist, sucht man nicht aus, und nach einer schlechten Ernte ist sie kleiner.
  • Abholung zu einer festen Zeit jede Woche, und jedes Mitglied übernimmt ein paar Dienste im Jahr.

Für wen

Haushalte in Frankreich, die mehrmals pro Woche Gemüse kochen, eine Verteilstelle nahe Wohnung oder Arbeit haben und sich ein Jahr an einen Hof binden können. Weniger geeignet für alle, die oft unterwegs sind oder jedes Produkt selbst wählen wollen.

  • MIRAMAP (AMAP)

    MIRAMAP ist das landesweite Netzwerk der französischen AMAP (associations pour le maintien d’une agriculture paysanne), Gruppen von Verbrauchern, die mit einem Hof in der Nähe einen Vertrag schließen…

  • Netzwerk Solidarische Landwirtschaft

    Das Netzwerk Solidarische Landwirtschaft ist der deutsche Verband der Solawis: Höfe, deren Mitglieder jeden Monat einen Anteil an den Kosten des Hofs zahlen und dafür einen Anteil der Ernte bekommen…

  • Genossenschaftliche Supermärkte (La Louve und andere)

    Ein genossenschaftlicher Supermarkt gehört seinen Kunden: Jedes Mitglied kauft Anteile, arbeitet ein paar Stunden im Monat im Laden mit und kauft dort mit niedrigeren Margen ein als in normalen…

  • VRAC (Bio-Sammelbestellungen)

    VRAC organisiert Sammelbestellungen von Bio-, Fairtrade- und regionalen Lebensmitteln in einkommensschwachen Vierteln Frankreichs und verkauft sie zum Selbstkostenpreis. Die Mitglieder bestellen und…

  • Bienvenue à la ferme (Direktvermarktung)

    Bienvenue à la ferme ist das Netzwerk der französischen Landwirtinnen und Landwirte, die direkt verkaufen oder Gäste empfangen, und seine kostenlose Website zeigt sie auf einer Karte: Hofläden…