Beschreibung
Auf abgeordnetenwatch.de kann jede und jeder Abgeordneten öffentlich eine Frage stellen und die Antwort nachlesen. Die Seite zeigt außerdem, wie die Abgeordneten bei wichtigen namentlichen Abstimmungen gestimmt haben und welche Nebeneinkünfte sie angegeben haben.
Träger ist Parlamentwatch e.V., ein Verein aus Hamburg. Gregor Hackmack und Boris Hekele haben das Projekt 2004 ehrenamtlich gestartet, zuerst für die Hamburgische Bürgerschaft, ab Dezember 2006 für den Bundestag. Heute deckt es 18 Parlamente ab: den Bundestag, die 16 Landtage und die deutschen Abgeordneten im Europaparlament, dazu vor jeder Wahl die Kandidierenden. Finanziert wird es aus Spenden: Im Dezember 2025 gaben mehr als 13.300 Menschen regelmäßig, ab 5 € im Monat. Die Jahresberichte stehen seit 2007 online, und der Verein legt seine eigenen Gespräche mit Politikerinnen und Politikern offen.
Ein Moderationsteam liest jede Frage, bevor sie erscheint. Beleidigungen, Fragen zum Privatleben und reine Meinungsäußerungen werden nicht veröffentlicht, der Nachname der Fragenden steht nur als Initiale da. Nach eigener Zählung wurden rund 80 % der mehr als 250.000 eingegangenen Fragen beantwortet. Standardantworten, in denen ein Büro mitteilt, dass es auf der Seite nicht antwortet, sind gekennzeichnet und zählen nicht mit.
Eine Frage zu stellen ist kostenlos und braucht nur Name und E-Mail-Adresse. Ministerinnen und Minister ohne Parlamentsmandat können nicht befragt werden.
Stärken
- Fragen und Antworten bleiben öffentlich, sodass alle auch Jahre später nachlesen und vergleichen können, was jemand geantwortet hat.
- Im Profil stehen namentliche Abstimmungen und angegebene Nebeneinkünfte direkt neben den Antworten.
- Getragen von mehr als 13.300 regelmäßigen Spenderinnen und Spendern, mit Jahresberichten seit 2007.
Schwächen
- Abgeordnete können Fragen ignorieren oder mit einer Standardantwort reagieren, und manche boykottieren die Plattform.
- Nur deutsche Parlamente und deutsche Europaabgeordnete; Gemeinderäte und Regierungsmitglieder ohne Mandat fehlen.
- Nur auf Deutsch, und eine Frage soll höchstens 200 Zeichen lang sein, plus kurze Begründung.
Für wen
Wählerinnen und Wähler in Deutschland, die von ihren Abgeordneten oder vor einer Wahl von Kandidierenden eine öffentliche Antwort wollen oder nachsehen möchten, wie ihre Vertretung abgestimmt hat.



